Direktivität
[Nur in der Vollversion] Bei der Emissionseingabe einer Punkt- oder Flächenquelle ist es möglich eine Direktivität einzugeben (in Dezibel). Wichtig ist dabei, dass Sie die Werte in Abhängigkeit des Winkels
(Phi) zur Hauptachse der Quelle angeben (rotational symetrisch).
Definitionen der Hauptachsen:
Beispiel:
Wenn Sie einen Emissionswert für den Winkel
eingeben, entspricht dies dem Emissionwert in Richtung der Hauptachse der Quelle. Bei Eingabe einer Emission mit dem Winkel
gelten die eingegebenen Werte an jedem Punkt, welcher sich auf dem Kegel um die Quellen-Hauptachse befindet (siehe Fig.).

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| Abb 1. | Rotational symetrische Direktivität mit dem Quellen-Hauptachse (roter Pfeil) und dem Ausbreitungskegel mit dem Winkel ϕ = 35°. |
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Es gibt drei Möglichkeiten die Direktivität einer Punkt- oder Flächenquelle zu definieren:
- Emissionspegel pro Winkel (Implizite Ditektivität):
[Nur für Punktquellen]
Für verschiedene Winkel
werden in der Emissions-Tabelle Schallpegel eingegeben. Dabei werden zwischen zwei angegebenen Winkeln die Emissionspegel automatisch interpoliert.
Es werden in der Regel durch Messungen vor Ort ermittelte Schalldruckpegel pro Richtung verwendet (Beispiel C). Die Eingabe von Schein-Schallleistungspegel in verschiedenen Richtungen ist möglich, jedoch nicht praxisrelevant (Beispiel F). - mit Direktivität - Autonormalisiert (0 dB bei ϕ = 0°)
[Nur für Punktquellen]
Für verschiedene Winkel
werden in der Direktivitäts-Tabelle Pegeldifferenzen (
) eingegeben. Der in der Emissions-Tabelle eingegebene Emissionspegel gilt unabhängig von der Direktivität für die Hauptachse (
). Für die übrigen Winkel wird der Emissionspegel entsprechend den Eingaben angepasst. Lautet beispielsweise
(für
ist die Pegeldifferenz
) und für
, wird der Emissionspegel für
3 dBA leiser berechnet als der eingegebene Emissionspegel auf der Hauptachse. Die Direktivität muss nicht unbedingt nomalisiert eingegeben werden (d.h.
muss nicht zwingend null sein für die Hauptachse). Die Direktivität wird automatisch normalisiert. Ist beispielsweise für
und für
, so wird für
ebenfalls ein um 3 dBA (
) geringerer Emissionspegel berechnet.
Konkret ist zum Beispiel ein Lautsprecher mit Herstellerangaben zur Direktivität und einem gemessenen Schalldruckpegel auf der Hauptachse gegeben (Beispiel E). Es besteht auch die Möglichkeit ein Schein-Schalleistungspegel für die Hauptachse einzugeben (Beispiel G). Dies wird jedoch in der Praxis kaum angewandt. - mit Direktivität - Autonormalisiert (Totale Schallleistung unverändert)
Auch mit dieser Option werden für verschiedene Winkel
in der Direktivitäts-Tabelle Pegeldifferenzen (
) eingegeben. Dabei bleibt aber die Schallleistung total [dBA], welche durch die eingegebenen Emissionswerte bestimmt ist, unverändert.
Existiert vom Hersteller nur eine Angabe zum Schalleistungspegel eines Gerätes und keine zur Direktivität, kann die Direktivität durch Messen des Schalldruckpegels in einem bestimmten Abstand pro Winkel
ermittelt werden. Die gemessenen Schalldruckpegel werden pro Winkel in die Direktivitäts-Tabelle geschrieben (Beispiel D).
Es kann in der Emissions-Tabelle auch ein Mittlerer Schalldruckpegel der Quelle eingegeben werden (Beispiel H). Dieser Fall ist jedoch weniger praxisrelevant.
| ❑ | Hinweis: - Zwischen den eingegebenen Werten pro Winkel wird arithmetisch interpoliert.
- Falls die Direktivität messtechnisch ermittelt werden muss, sind Messstandorte zu wählen, welche zwischen den einzelnen Messrichtungen maximal 3 dBA Unterschied aufweisen.
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