Anwendungstipps und Beispiele für die Emissionseingabe von Punktquellen

I. Situationen in der Praxis

Die in der Praxis auftretenden Fälle lassen sich grundsätzlich in drei Kategorien einteilen:

  1. Die Emissionen und die Direktivität werden bei der Lärmquelle vor Ort gemessen.
  2. Die Schallleistung und die eigene Direktivität der Lärmquelle sind vom Hersteller bekannt.
  3. Andere Situationen.

1. Die Emissionen und die Direktivität werden bei der Lärmquelle vor Ort gemessen
Falls lokale Reflexionen um die Lärmquelle in den Messdaten enthalten sind, müssen entweder die Emissionswerte enstprechend korrigiert oder die lokalen Reflexionen im Modell ausgeschaltet werden:

2. Die Schallleistung und die eigene Direktivität der Lärmquelle sind vom Hersteller bekannt
Im Gegensatz zur vorhergehenden Situation (1) sind hier die lokalen Reflexionen nicht in den Emissionsangaben enthalten. Somit sind alle lokalen Reflektoren und die Direktivität der Realität entsprechend im Modell einzugeben und bei der Lärmberechnung zu berücksichtigen. Befindet sich beispielsweise eine Lärmquelle vor einer reflektierenden Fassade, ist

3. Andere Situationen
Es gibt Situationen in denen nicht alle Angaben vom Hersteller angegeben sind. und beispielsweise die Direktivität durch Messungen ermittelt werden muss.

II. Beispiele aus der Praxis und theoretisch mögliche Fälle

Anschliessend finden Sie alle Eingabevarianten, sowohl die praxisrelevaten wie auch die theoretisch möglichen, seltenen Fälle. In Klammer wird jeweils angegeben, welche Situation (1 bis 3) vorliegt.

  Hinweise:
  • Schallabstrahlung in den Halbraum / Viertelraum: Es gibt verschiedene Methoden, wie Sie dies mit SLIP berücksichtigen können: (i) Die Wand hinter der Quelle wird als reflektierend definiert und/oder der Bodentyp darunter als schallhart definiert. (ii) Sie legen eine Direktivität fest (keine Abstrahlung gegen hinten). (iii) Sie korrigieren den Emissionspegel (in diesem Fall darf die Rückwand nicht reflektierend sein oder sie rechnen generell ohne Reflexionen ).
  • Bei Lärmberechnungen von Punkt- und Flächenquellen werden Bodenreflexionen automatisch abhängig von den Bodeneigenschaften berechnet. Ausnahme: Bei Lärmquellen auf Dächern oder Platten müssen die Reflexionen emissionsseitig mitberücksichtigt werden. Siehe Bodentyp und Lärmberechnungs-Modelle.
  • Die Eingabe eines Schallleistungspegels mit gemessener Direktivität kann in Fällen angewandt werden, bei denen eine bestimmte Maschine verschiedene Betriebszustände mit unterschiedlicher Schallleistung aufweist, die Direktivität jedoch konstant bleibt. So muss für neue Berechnungen jeweils nur der Schallleistungspegel dem jeweiligen Zustand angepasst werden (siehe Beispiel D: Schallleistungspegel bekannt, vor Ort gemessene Direktivität). Falls bei einer Maschine nur ein Betriebszustand interessiert, siehe Beispiel C.
  • Wenn Messungen durchgeführt werden, ist im Allgemeinen die Eingabe von Schalldruckpegeln einfacher (siehe Beispiel C).
  • Siehe auch Hinweise in den Beispielen.